Owner: Ungenaue Cachekoordinaten vermeiden

[UPDATE] iOS App gefunden! Siehe unten.

Die meisten von euch werden es schon einmal erlebt haben: Der eigene GPS-Empfänger zeigt einem an, daß man quasi auf dem zu findenden Cache steht, aber weit und breit ist nichts in Sicht. Also fängt man an,  immer weitere Kreise zu drehen, bis entweder der Cache gefunden oder abgebrochen wird.

Die Gründe sind offensichtlich: Der Owner stellt beim Legen des Caches eine Messung an, die eine Abweichung hat und der suchende Geocacher hat natürlich auch mit einer Abweichung zu kämpfen, die sich im schlechtesten Fall addiert. Vor allem ein DNF ist frustrierend, gerade weil es eigentlich sehr einfach ist, als Owner genaue(re) Koordinaten zu ermitteln, wenn man sich ein wenig Zeit nimmt.

Garmin

Die meisten Geräte von Garmin unterstützen das „Mitteln“ der Koordinaten, d.h. es werden viele Messungen gemacht und das Ergebnis gemittelt. Hier mal ein paar Screenshots von einem eTrex Vista hcx: (Vorher das Gerät an den Punkt legen, der vermessen werden soll.)


 

1. Das Gerät an den Punkt legen, der vermessen werden soll und dann im Hauptmenü „Markieren“ auswählen, um einen neuen Wegpunkt zu erstellen.

 

 

 

 

 

 

2. Dem Wegpunkt ggfs. einen Namen geben und unten links „Mitteln“ auswählen.

 

 

 

 

 

 

3. Nun wird die Position gemittelt. Im Optimalfall sollte die geschätzte Genauigkeit bis zu einem gewissen Grenzwert zunehmen, je nach Empfangssituation sollte man dem Gerät auch gerne mal 10 Minuten (600 Messpunkte) Zeit geben, um ein sicheres Ergebnis zu erhalten. Wenn man genug hat, einfach „Speichern“ drücken. Aus offensichtlichen Gründen sollte das Gerät während der Messung nicht bewegt werden 😉

 

 

 

Android

Auch für Android existiert (natürlich) mindestens eine App für dieses Problem, getestet haben wir „GPS Averaging“ von „Destil“, erhältlich im Play Store oder über diesen QR-Code:

GPS Averaging im Play Store

 

Die Bedienung ist selbsterklärend:

 

1. GPS aktivieren, App starten, Smartphone hinlegen oder ziemlich ruhig stehen bleiben, dann „Start averaging“ drücken. Bitte beachten: Bei Smartphones ist es oft zu beobachten, daß die GPS-Chips sich erst nach einer gewissen Weile „eingeschwungen“ haben, bitte ggfs. erstmal zusätzlich ein paar Minuten warten, bevor Du „Start averaging“ drückst, sonst wird das Ganze unnötig ungenau.

 

 

 

 

 

2. Bei gewünschter Genauigkeit „Stop averaging“ drücken und Koordinaten entsprechend weiterverwenden. Ich vermute, daß hier auch die besten Ergebnisse wohl nach 10 Minuten erzielt werden, auch wenn die Android-App wohl weniger Messungen durchführt als das Gamin-GPS oben.

 

 

 

 

 

iOS

[UPDATE] Der wunderbare GrafEssinghausen hat uns gerade auf die iOS App Perfect Mark (AppStore) aufmerksam gemacht, also haben die Apfel-Fans auch ne App für überschaubare 0,79€ zur Verfügung. Vielen Dank! 🙂

Leider konnten wir innerhalb von 15 Minuten keine iOS-App finden, die diese Funktion bietet, selbst Bezahl-Apps mit Tonnen von Funktionen scheinen das nicht zu unterstützen, solltest Du eine kennen, ab damit in die Kommentare, dann aktualisieren wir den Artikel schnellstmöglich 🙂

Magellan

Obwohl wir keine Magellan-Geräte zur Verfügung haben, haben wir uns durch ein paar Bedienungsanleitungen gewühlt, konnten aber leider keine derartige Funktion entdecken. Der geneigte Magellan-Besitzer ist hiermit aufgerufen, uns zu in den Kommentaren zu korrigieren!

 

Hast Du noch Tipps für Apps oder Anmerkungen oder möchtest eine Anekdote zum Thema loswerden? Ab damit in die Kommentare! 🙂

Über askanis

askanis: Sascha ist 33 Jahre alt, verheiratet und "bekindert" und kommt aus dem schönen Pfinztal. Schon lange bevor helaron und Vaydus überhaupt das Wort Geocaching aussprechen konnten (2007) machte er das Ichel-Land unsicher und gehört somit zum "alten Eisen", auch wenn sich diese Tatsache leider nicht in der Statistik niederschlägt ;) Momentan liegt der Schwerpunkt "zwischen den Caches": Als Knobelmeister Starthilfe zu Mysteries geben, sich mit OSM und Garmin auseinandersetzen und sonst auch immer den Senf dazugeben. Sobald er seine FMSE-Imfpung hat, darf er auch wieder draußen "mitspielen". :) Wenn ihr Fragen zur GPS-Technik oder dem Erstellen von OSM-Karten habt, seid ihr bei ihm richtig. Ihr erreicht ihn unter der Mailadresse: askanis (bei den) geozecken.de
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  1. JoergTh sagt:

    Hatte ich erst gestern wieder. Ich sag ja mal, bis zu einer gewissen Abweichung ist es nicht schlimm. Aber wenn es dann 14 oder 15 m sind? Und drumherum sieht man deutliche Spuren vergeblicher Suchaktionen. Zerfledderte Baumstümpfe, Umgedrehte Steine etc… Wäre wieder ein gefundenes Fressen für die Naturschützer gewesen, und das sogar zu recht!

    viele Grüße aus Hessen! Jörg

    • askanis sagt:

      Hi Jörg,

      japp, Verzweiflung kommt bei mir aber immer dann auf, wenn ich irgendwo nen Nano finden will und trotz idealer Bedingungen (freie Sicht Richtung Satelliten) irgendwie trotzdem 12m zusammenkommen und mein GPSr der Meinung ist, nur 3m Abweichung zu haben.

      Gruß,

      Sascha

  2. Nuffy66 sagt:

    Wobei selbst die gut gemittelten Koordinaten aus einer Messung sauber daneben liegen können. Hab’s erst bei meinem letzten eigenen Cache wieder gehabt. Erstes Einmessen: Genauigkeit laut Anzeigen bei ca. 2m, gemittelt aus ca. 500 Messungen. Am nächsten Tag Kontrollmessung. Selbe Anzeige. Distanz zwischen beiden Ergebnissen: Ca. 15 Meter. Gut, ungünstiges Gelände, aber trotzdem ärgerlich, wenn auch normal.

    Ich hab mir angewöhnt, Messungen an versch. Tagen, zu versch. Uhrzeiten und wenn’s geht bei versch. Wetterbedingungen durchzuführen und die Ergebnisse daraus dann nochmal händisch zu mitteln. Nach drei Messungen schau ich, wie weit die einzelnen Positionen auseinander liegen. Liegen die schon nah beieinander, reicht es, ansonsten werden noch mehr gemacht. Besonders wenn irgendwas die freie Sicht nach oben behindert sind oft mehr nötig.

    Das ändert zwar nichts an der Genauigkeit der Koordinaten des Suchenden, aber die Abweichung bei mir wird schon mal geringer, was dann die Gesamtabweichung eben so gering wie möglich hält.

    Viele Grüße,
    Nuffy

    • askanis sagt:

      Hi Nuffy,

      klar, schwieriges Gelände machts nicht einfacher. Deine Vorgehensweise ist optimal (mehrmals zu verschiedenen Zeiten usw. messen), den Aufwand werden wahrscheinlich aber nur wenige treiben und dann auch nicht für den schnellen Tradi im Wald 🙂

      Der Artikel war als Wink in die richtige Richtung gedacht, der Aufwand ist bei schwierigen Situationen beliebig steigerbar, belohnt dann aber auch mit exakteren Ergebnissen 🙂

      Gruss,

      Sascha

      • Nuffy66 sagt:

        Ich gebe zu, selber den Aufwand auch nur zu treiben, wenn ich aufgrund von Bewuchs und Geländeform den starken Verdacht habe, daß es nötig ist, um vernünftige Koords zu erhalten. Denn meist sind die Koords ja ausgerechnet da ungenau, wo das verzweifelte Suchen mancher Cacher deutliche Spuren hinterläßt …

        Viele Grüße,
        Stephan

  3. KoenigDickBauch sagt:

    Hi Sascha,

    das Mitteln von Koordinaten ist nur ein Schritt um genauere Koordinaten zu erhalten, reicht aber zumindest bei uns im Pfälzer Wald nicht aus. Steile Täler mit Fels und Waldbestand macht das Einmessen einer Koordinate zu einer Kunst. Reflexionen der Signale gaukeln einem Positionen vor. Da geht ein Satellit hinter dem Berg unter und dann empfängt das GPSr das Signal reflektiert vom gegenüberliegenden Hang. Sollte der Owner das alles berücksichtigen und hat eine Koordinate gefunden, die der Arbeit eines Vermessungsingenieur ebenbürtig ist, so hat der Suchende meist doch nicht diese Zeit. So standen einmal drei Cacher zusammen und meinten alle einhellig: „Noch 1m!“ Das der Cache aber gute 40m weiter lag, konnten sie nicht glauben. Ihnen viel noch nicht einmal auf, das ihre eigene Karte im Gerät, sie an einer ganz anderen Stelle anzeigte. Mit den heutigen GPSr, die sich des Multipass Problem annehmen, wird es etwas besser, doch dies entbindet die Suchenden nicht, dass sich sich dieser Problematik bewusst sind.

    Erst denken, dann drehen!

    Gruß
    Thomas

  4. Gummiball sagt:

    Tolles Thema!
    Was ich hier jetzt gelernt habe, Mitteln und an an verschieden Tagen zu verschieden Uhrzeit messen.

    Meine Idee wäre jetzt, nochmal eine Punkt speichern (zusatz Punkt nur für die Messung), den man leicht auf google Earth wieder finden kann und vergleicht die Abweichung. Geht das? Hat das vielleicht schonmal wer gemacht?

    LG
    Gummiball

    • askanis sagt:

      Hi Gummiball,

      wenn sowas hier in der Nähe ist, lässt sich das machen, ansonsten könnte man sehen, obs für den Ort ein GIS gibt…

      Vielleicht hat noch jemand ne einfachere Idee.

      Gruß,

      Sascha

  5. sax76 sagt:

    Mitteln bringt nur etwas, wenn die Meßwerte zufällig streuen, wenn man einen systematischen Fehler drin hat, seis durch reflektierende Wände oder ungünstige Satellitenkonstellation, kann man noch so oft Mitteln. Da hilft nur an verschiedenen Tagen hinzugehen. Doch selbst das bringt manchmal nicht viel, da man dann zwar bessere Koordinaten hat, aber die sucher an ungünstig gelegenen Stellen trotzdem enorme Abweichungen haben.

    Meine Meinung ist das sich an Stellen mit schlechtem Empfang der Aufwand ewiger Messungen nicht lohnt, sondern ein Aussagekräftiger Tipp im Listing die bessere Alternative ist. Oder am besten beides.

    • Nuffy66 sagt:

      Servus, sax76,

      ich geb Dir teilweise recht: Bei Stellen mit schlechtem Empfang ist über mehrere Tage mitteln auch nicht immer hilfreich, kommt auf die Geländeform an. Wenn ich direkt unten an einer 50m hohen Felswand stehe, bringt das nicht viel. Je schlechter die Situation, desto größer die Notwendigkeit eines aussagekräftigen (!) Hints oder Spoilerbildes.

      Viele Grüße,
      Stephan

  6. Der Zappo sagt:

    Irgendwie finde ich das einen Denkfehler. Natürlich kann ich mir maximale Mühe geben beim Nehmen der Koordinaten. Aber wenn ich dafür dreimal zu unterschiedlichen Tages- und kommen muß, was macht dann der SUCHER? Der hat ja meist doch nur die Momentaufnahme – und manchmal auch einfach ein schlechteres Gerät.

    Nöh, einfach keine Mikros draussen legen, sondern schöne große Dosen, mit helfendem Hint und/oder Spoiler. Und die Caches nicht vor den Cachern, sondern vor den Muggels verstecken.

    Gruß Zappo

    • askanis sagt:

      Hi Zappo,

      hast schon Recht, wenn die Voraussetzungen sehr schlecht sind, ist der Sinn durchaus begrenzt, auch wenn der Owner 4x kommt, hat der Suchende (DNF mal ausgeklammert) nur einen Versuch, das Döschen zu finden. Wenn der Owner beim Legen der Dose schon Probleme hat, genaue Koordinaten zu generieren, wird er sich im Normalfall wohl geeignete Hints einfallen lassen (bei entsprechend aufwändigen Caches).

      Manchmal ist eine location halt nur für bestimmte Containergrößen geeignet, aber möchte vom Owner trotzdem über einen Cache „hergezeigt“ werden…

      Gruß,

      Sascha

  7. GrafEssinghausen sagt:

    Für das iOs gibt es das kleine Tool „Perfect Mark“.
    http://itunes.apple.com/de/app/perfect-mark/id327378629?mt=8

  8. KiCloTo_Clo sagt:

    Ich weiß, der Artikel ist älter, aber soll ja immer noch helfen…Ich hatte eben den Link weitergeleitet, als wir das Thema „Koordinaten nehmen“ diskutierten… Die App für iOs gibt’s nicht mehr (Perfect Mark) – dafür gibt’s dann jetzt aber auch GPS Averaging für iOs für 1,79 Euro im App Store)

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